„GEMEINSAM SIND WIR STARK“
Interview mit dem Direktor der Brüsseler Möbelmesse Glenn De Maeserneer
„Wir können in diesem Jahr von einer sehr guten Auslastung sprechen“, sagt Glenn De Maeseneer, Direktor der Brüsseler Möbelmesse. „Alle Hallen sind ausgebucht mit Ausnahme von zwei jeweils 56 Quadratmeter großen Ständen“. In den Büros in Anderlecht ist somit eine gewisse Hochstimmung zu verspüren, auch weil das Organisationsteam in diesem Jahr nicht wirklich alle Hebel in Bewegung setzen musste, um mit Herannahen der Anmeldefrist noch einige Aussteller ins Boot zu holen. Vor über zwei Monaten war die Messe bereits zu 95 Prozent ausgebucht. Glenn De Maesenerr erläutert: „Die Tatsache, dass wir wirklich mit guten Zahlen aufwarten können, ist darauf zurückzuführen, dass wir treue und immer wiederkehrende Aussteller haben. Mit über 80 Prozent beständigen Ausstellern ist unsere Basis äußerst solide.“
Neben den vielen bekannten Namen, die Anfang November ihre neuesten Modelle präsentieren werden, gibt es eine ganze Reihe von Neuankömmlingen. Und übrigens nicht die geringsten: Marken wie Niehoff, Wersal, Willi Schillig, Cinas, Steinpol, Rietberger Möbelwerke, Kristensen & Kristensen, Nicoletti, Natuzzi oder auch Calia Italia – bekannte Akteure aus Italien, Deutschland und Polen –, aber auch Skagen Studio aus Dänemark, „bei denen wir feststellen, dass sowohl Interesse an unserer Messe als auch an unseren Besuchern besteht.“ Wie verlief die Aquise? „Wir haben mit vielen potenziellen Neukunden aus dem In- und Ausland Kontakt aufgenommen und ihnen dargelegt, worum es uns geht. Viele hatten bereits zuvor Interesse daran, ihre Neuheiten auf der Brüsseler Möbel zu zeigen, brauchten aber noch einen letzten Anstoß, um dann auch zu unterschreiben. Einige Aussteller sind auch spontan auf uns zugekommen. Offenbar spricht sich in der Brancheherum, dass die Brüsseler Möbelmesse eine feste Größe in der Messelandschaft ist, und es sich lohnt, dort Geschäfte zu machen und neue Kunden kennenzulernen. In den vergangenen Jahren konnten wir bereits gute Zahlen vorweisen, und die kommende Ausgabe lässt sich, wie Sie sehen, recht vielversprechend an.“
Auch wenn Glenn und sein Team an einer klaren Segmentierung innerhalb der Branche festhalten, bei der bestimmte Aussteller in einer Halle ihren angestammten Platz haben und so für die Besucher schnell auffindbar sind, wurde an einer weiteren Segmentierung gearbeitet, damit der Besucher den Weg auch zu Segmenten wie „Urban“, „Patio“, „Belgian Design Island“ oder auch zur Bedding-Halle findet. Das Angebot wurde in diesem Jahr übrigens um Textilien und Outdoor-Produkte erweitert. „Segmentierung funktioniert“, sagt Glenn, „man muss Outdoor und Textilien, genau wie dem Bettenbereich, ihren eigenen Platz geben. Außerdem verstärkt eine klare, gegenseitige Abgrenzung, die Wirkung.“ Auch die „Belgian Design Island“ füllte sich schnell mit vielversprechendem Design. Diesmal kamen Anrufe von überall mit Anfragen nach einem Platz auf der BDI. Dieser Stand vorne in Halle 5 ist mittlerweile eine feste Größe.
„Dass es immer noch mehr möglich ist, ist Glenn wohl bewusst. „Oft sind Hersteller nicht dabei, weil sie auf eigene Hausmessen setzen oder internationalen Messen den Vorzug geben. Es ist auch so, dass sich die Akteure gegenseitig beobachten. Entscheidet sich einer für eine bestimmte Richtung, folgen die anderen. Steigt er aus, tun sie es auch. Wir hätten uns zwar etwas mehr Belgier in unserem Outdoor-Bereich gewünscht, aber wir haben unser Ziel mit einer Reihe internationaler Marken erreicht. Die Ausgangslage ist gut, um im nächsten Jahr sogar ein Segment mit etwas höher positionierten Marken einzuführen.“
Was die angestrebten Besucherzahlen angeht, zielt Glenn auf die Zahl des Vorjahres ab. Da verzeichnete die Brüsseler Möbelmesse 18.000 Besucher. Mehr Ausländer als je zuvor, vor allem aus Frankreich und den Niederlanden. „Wir erhalten in den letzten Wochen viele Anfragen aus Frankreich“, fügt er hinzu. „Dort wird offenbar viel über die Möbelmesse gesprochen. Wir sehen das bestehende Interesse an der Nachfrage nach Hotelübernachtungen. Deshalb erwarte ich zahlreiche Besucher aus dem Ausland. Gleichzeitig gibt es jedoch auch Geschäfte, die schließen. Aber die allgemeinen Erwartungen sind hoch. Auch wenn das Spekulation bleibt.“
In einer sich schnell verändernden Messelandschaft glauben Glenn und sein Team also weiterhin an die Stärke und die Relevanz einer Messe. „Für viele mag es als die klassische Arbeitsweise erscheinen, aber der Besucher erhält hier so viele Informationen unter einem Dach. Es wäre verrückt, hier mitten in Brüssel alles anders zu machen. Wir wollen auch unser Kerngeschäft nicht verlieren. Wir setzen auf die Menschen, die unsere Messe am Laufen halten und dafür sorgen, dass ihre Kunden weiterhin zur Brüsseler Möbelmesse kommen. Gemeinsam sind wir stark.“


