NO MORE!

Eine Seite der Design Academie Street wurde von den Studenten der Thomas-More-Hochschule gestaltet.

Man könnte die präsentierten Projekte unter dem Motto „No More“ zusammenfassen: No More Waste, No More Fast Furniture. Die Studenten präsentierten ein inspirierendes Portfolio mit Ansätzen dafür, wie Restabfall vermieden und/oder verwendet werden kann und wie es gelingt, die Lebensdauer von Möbeln zu verlängern.

Ein Beispiel ist das Ficci-Konzept von Bent Fierens: ein solides Verbindungsstück oder Bauelement für die komplette Montage des Möbelstücks. Mit dem kreuzförmigen Element verbindet man die Einzelteile des zerlegbaren Möbels miteinander, mit einem Bolzen wird die gesamte Konstruktion fest verankert. Ein und dasselbe Koppelelement kann man für die Beine, die Rückenlehne, die Sitzfläche usw. nutzen. Man kann eine Bank, einen Stuhl oder einen Hocker damit bauen, aus denen man später andere Konfigurationen zusammenstellen kann. Aus zwei Stühlen kann man so eine Bank und einen Hocker machen. Sollte ein Teil kaputtgehen, kann es schnell ersetzt werden. Der eine Baustein legt so das Fundament für lebenslanges Möbeldesign. Wegwerfen kommt nicht in Frage, umbauen und reparieren durchaus!

Auch Nonah Wouters bietet mit Parasit eine kreislauforientierte, lange haltbare Alternative: Der Lounge-Chair ist Schreibtisch, ist Bücherregal zugleich. Der Stoff wird im Nu zusammen- oder auseinandergerollt. Das Knock-down-Konzept kann man überall einsetzen, hinstellen und überallhin mitnehmen.

Tom de Koninck geht mit Rover® das Problem der industriellen Abfallberge an. Wieso Restabfall? Was kann man damit noch machen? Dafür hat er die lokalen, entlang des Flusses Dender angesiedelten Produktionsbetriebe abgeklappert. Sein Motto: Was übrig beibt, wird unterschätzt. Dieser „Beutezug“ auf der Suche nach Restmaterialien ist der Ausgangspunkt für seinen Entwurfsprozess. Wir haben es hier mit einer umgekehrten (Design-)Welt zu tun: Am Anfang steht das Material, danach kommt eine Entwurfsidee. Die Stühle sind aus gelaserten Metallplatten gefertigt, dem Restabfall des Maschinenbauunternehmens Gilbos in Aalst. Alte Lattenroste, gedrehte Späne aus der Metallverarbeitung, Stanzreste aus der Herstellung von Gummiverschlüssen für Spraydosen usw. Ziel von Rover® ist es kreislauforientiertes Design weiter zu entwickeln als nur zu einmaligen, gebrauchsfernen Objekten.

Es gab noch so viel mehr von den herandrängenden Designtalenten zu sehen. Kurz, ein absolutes „Must-See“ für die Möbelindustrie.

Alle Fotos wurden von Katoo Peters gemacht.

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